Ursprung Pfeifentabak

Am Anfang war das Feuer. Wenn auch nicht bekannt ist, wo und wann die erste Pfeife überhaupt existierte, so ist doch sicher, dass sie aus einer sehr alten, vielleicht sogar prähistorischen Vorstellung hervorgegangen ist, deren Grundlage das Einatmen des Rauchs von einem Feuer war.

Die Historiker sind sich zumindest über einen Punkt einig, der auch dem Pfeifenraucher Stoff zum Nachdenken bietet: In den meisten alten Zivilisationen war der Rauch aus einem Wunder entstanden und gen Himmel aufsteigend, Verbindung zwischen den Menschen und den Göttern herstellend - stets mit religiösen Zeremonien verknüpft. Die wahren Vorfahren des heutigen Pfeifenrauchers waren zweifellos die Indianer. Bis gegen Ende des 15. Jahrhunderts waren sie tatsächlich auf der ganzen Welt die einzigen, die um den Rauchgenuss einer sonst unbekannten Pflanze wussten: Manche von ihnen nannten diese Pflanze petun, andere nannten sie tabaco.

Bei den nordamerikanischen Indianern sagte man dem aus hölzernen oder steinernen Kalumets eingesogenen Tabakrauch Zauberkräfte nach. Durch ihn schenkten die Götter Heilung, Stärke, um den Feind zu besiegen, und schliesslich Frieden. Auf eine große Anzahl solcher Liebhaber scheinen die europäischen Seefahrer gegen Ende des 15. Jahrhunderts gestossen zu sein. Europa sollte ihnen bald nacheifern.

Tabakpfeifen
Tabakpfeifen zur Auswahl

Von der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts an wurde der Ruf der Tabakpflanze als nahezu wundersames Heilmittel zum Motor für ihre fast unglaubliche Verbreitung. Nachdem ihre Dämpfe es vermocht hatten, die Migräneanfälle von Katharina von Medici zu lindern, eroberte sie mit faszinierender Geschwindigkeit zunächst ganz Frankreich.

Es ist nicht bekannt, warum der Pfeife zuerst in England ein solcher Erfolg zuteil wurde. Von englischen Matrosen, die auf ihren Reisen die Tonpfeifen der nordamerikanischen Indianer kennensgelernt hatten, nach England mitgebracht, war ihr Gebrauch gegen Ende des16. Jahrhunderts dort rasch angestiegen. Unter den Entdeckern der Neuen Welt war Sir Walter Raleigh, der Dichter, Seefahrer und Günstling von Königin Elisabeth, einer der größten Förderer desTabaks und der Pfeife in seinem Heimatland.